Tradition seit 1946 - Die Geschichte des SVK

Uli Hoeneß beim Zuschauerrekord in Anschöring vor 7.000 Besuchern

In Kirchanschöring, im südöstlichen Oberbayern, zwischen der Salzach und dem Waginger See wird berichtet, dass erstmals in den Jahren 1929/30 Fußball gespielt wurde. Turnhosen waren damals für die Spieler gerade noch erschwinglich, Fußballschuhe jedoch nicht für jedermann finanzierbar.Von der Katholischen Jugend stammten die ersten Trikots mit der Aufschrift "DJK"- für Deutsche Jugendkraft. Peter Jagher erstand den ersten Leder- Fußball in einer Lederfabrik in Oberndorf (Nachbarsstadt in Österreich am rechten Ufer der Salzach. Dort wurde 1818 erstmals das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht aufgeführt.).

Mit den Nachbarstädten Laufen und Tittmoning sowie den Orten Leobendorf, Fridolfing, Waging am See und Petting gab es einen ersten Spielplan.

Erst einige Jahre später, nach dem Krieg im Jahre 1946, trafen sich etwa 20 bis 25 Fußballbegeisterte in der Bahnhofsgaststätte, um den Sportverein Kirchanschöring ins Leben zu rufen. Die ersten roten Trikots mit schwarzem Kragen und schwarzen Hosen fertigte ein Schneidermeister aus der Hakenkreuzfahne der Gemeinde.

Neben den ortsansässigen Fußballern schlossen sich dem Verein schon damals Spieler aus der Umgebung und dem Schönramer Filz an. Der SVK war somit schon zu Beginn ein Magnet, weit über die Gemeindegrenzen hinweg. Das erste Spiel in Palling gewannen die Mannen mit 7:0.

Im Gründungsjahr 1946 nahm der SVK zudem erstmals an der ersten Meisterschaftsrunde der C- Klasse teil. Diese Liga führte die Mannschaft unter anderem ins Isental nach Ampfing zum dortigen TSV, nach Buchbach, Marktl, Bergen und Winkl bei Bischofswiesen. Schon in dieser ersten Saison reichte es für einen passablen Mittelfeldplatz.

Im Jahre 1966 folgte die Weihe des neuen Sportplatzes, dem heutigen Stadion an der Laufener Straße.

Zur Saison 1972/73 schaffte ein junger Spieler vom SV Kirchanschöring über die Jugend des ESV Freilassing und dessen Coach Paul Breitner sen. den Sprung ins Profigeschäft nach München: Bernd Dürnberger wechselte zum FC Bayern.

1974: Ablösespiel für B. Dürnberger mit FC Bayern München - 7.000 Zuschauer

Seine Kollegen in der Heimat sorgten in der Saison 1976/77 ebenfalls überregional für Schlagzeilen: Der SV Kirchanschöring stieg in die Landesliga auf. Die damals zweithöchste bayerische und deutschlandweit vierthöchste Fußball- Liga. Vorstand des Vereins war zu dieser Zeit Leo Straßer.

Zuschauer berichten, dass es in dieser Landesliga- Saison für ein Heimspiel eine "Platzsperre" gab. Handfeste Gemenge in einem vorangegangenen Spiel an der Laufener Straße sollen der Grund dafür gewesen sein.

Mit dem Abstieg der Gelb- Schwarzen nach nur einem Jahr Landesliga- Zugehörigkeit änderten sich die Machtverhältnisse im Fußball in Südost- Oberbayern: Der ewige Konkurrent, die Schweppermänner vom TSV Ampfing, stiegen in die Landesliga auf und marschierten bis in die Bayernliga durch.

1987/88: 4.380 Std. Eigenleistung Neubau Hans-Straßer-Halle 

Kirchanschöring war weiterhin erfolgreich, ob in der Bezirksliga, mit einigen, wenigen Jahren in der A- Klasse und stellte manchem Favoriten aus den nahen Städten bis zur Bezirksoberliga immer wieder ein Bein. In den legendären Derbys gegen den ESV Freilassing und FC Traunstein zogen zwischen 500 und 1000 Zuschauer in das Stadion an der Laufener Straße. Selten konnten die Gegner die Punkte aus Kirchanschöring entführen. In einigen Relegationsspielen traf der SVK unter anderem auf den TSV Buchbach und den SV Heimstetten.

1992: Einweihung Tribüne - 1.659 Std. Eigenleistung

In der Saison 2011/2012 stieg die erste Mannschaft abermals in die Landesliga auf. Das Platzierungsspiel um Platz zwei der Bezirksoberliga Oberbayern in Eiselfing bei Wasserburg gewann der SVK mit 2:0 gegen den VfR Garching bei München. Hunderte Zuschauer begleiten die Spieler mit Fanfaren, Trommeln und Trompeten, sorgten für ein "Heimspiel" und peitschten die Jungs vor 1000 Zuschauern zum Sieg.

In der Landesliga Süd mussten die Spieler in der kommenden Saison weite Wege zurück legen. Gegner waren unter anderem: Wacker Burghausen II, FC Augsburg II, Schwabmünchen, Sonthofen, Eichstätt, Wolfratshausen, Aichach, Fürstenfeldbruck, Landsberg, Pipinsried, Unterföhring und Gundelfingen.

Zum Inn- Salzach- Derby bei Wacker Burghausen II begleiteten den SVK abermals hunderte Fans, insgesamt kamen über 1.000 Zuschauer. Kirchanschöring war in dieser Saison die höchst platzierte Mannschaft in Südost- Oberbayern hinter Wacker Burghausen (3. Liga), dem TSV Buchbach und den beiden Clubs aus Rosenheim (alle Bayernliga).

Dank seiner lokalen Wurzeln und überregionalen Bedeutung zählt Kirchanschöring zu den Publikumsmagneten im Amateurfußball in ganz Bayern. Zur Winterpause 2012 konnte der Verein mit 441 Zuschauern pro Spiel die meisten Besucher aller fünf Fußball- Landesligen im gesamten Freistaat vorweisen.
Viele Gegner freuen sich auf ihr Gastspiel im Stadion an der Laufener Straße, die "enthusiastischen" Fans werden in den Stadien- Zeitschriften hoch gelobt.

recherchiert und ausgearbeitet von M. Wengler 

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Quellen:

- München und der Fußball -von den Anfängen 1896 bis zur Gegenwart-,

- Heimatbuch Kirchanschöring,

- Wikipedia,

- bundesliga-stiftung.de, http://www.bundesliga-stiftung.de/stiftung/stiftung/gremien/kurt_gaugler.php

- bundesliga.de, http://www.bundesliga.de/de/dfl/profil/28294.php